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Fachartikel von Experten / Achtung bei Ablöseangeboten der Adaxio AMC GmbH
« Letzter Beitrag von RA Göpfert am 11. Mai 2018, 11:27:12 »
Liebe Forenleser,

in letzter Zeit erreichen uns wieder vermehrt Anfragen zu "Ablöseangeboten" der Adaxio AMC GmbH (früher Paratus und davor GMAC Bank).
Da in diesen Konstellationen häufig "freiwillige" Verzichte von ca. 10 % der offenen Restschuld angeboten werden, sollten Betroffene
dem Grunde nach bereits von allein hellhörig werden. Gleichwohl scheinen viele Verbraucher immer wieder zu vergessen, dass kein
Unternehmen Geld verschenkt und diese Angebote handfeste Hintergründe haben. Aus diesem Grund daher hier unsere
Pressemitteilung zu diesem Thema:

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Erst prüfen, dann umschulden: Vorsicht bei Ablöseangeboten der Adaxio AMC GmbH!

Darlehensnehmer der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH sollten Widerrufsmöglichkeiten vor einer Rückzahlung überprüfen

Nürnberg, 09. Mai 2018. Die Adaxio AMC GmbH verschickt in vielen Darlehensengagements der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH Ablöseangebote, die auf den ersten Blick
verlockend erscheinen. „Vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl von Darlehensverträgen nach jüngerer Rechtsprechung widerruflich ist, sollten Darlehensnehmer ihre Kredite
jedoch nicht vorschnell ablösen“, warnen Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der im Bank- und Kapitalanlagerecht tätigen
Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg.

Viele Kunden der vormaligen GMAC-RFC Bank GmbH haben in letzter Zeit von der Adaxio AMC Post bekommen. Dort wird den Darlehensnehmern erneut,
wie teils bereits einige Jahre zuvor, nebst einem Entfall der Vorfälligkeitsentschädigung ein garantierter Verzicht von 10 % des Restkapitals bei einer
kurzfristigen Rückzahlung des Darlehens angeboten.

Bei nahezu allen Krediten mit der ehemaligen Bank, die zwischenzeitlich auch unter Paratus AMC GmbH firmierte, ist die zehnjährige Zinsbindung bereits abgelaufen.
Nachdem auch die im Rahmen von Konditionenanpassungen getroffenen Zinsvereinbarungen nach den Erfahrungen der Nürnberger Rechtsanwälte aus hunderten
Fällen regelmäßig deutlich über dem Marktniveau liegen, kann die Aufnahme eines Darlehens bei einem anderen Kreditinstitut zwar durchaus wirtschaftlich sinnvoll
sein. „Nichtdestotrotz sollten Darlehensnehmer ihren Kredit bei der Adaxio AMC GmbH nicht übereilt zurückzahlen, sondern vorher Widerrufsmöglichkeiten prüfen lassen“,
empfiehlt Rechtsanwalt Göpfert.

Die Chancen sind nach einer durch die Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte erstrittenen Entscheidungsserie gegen die Adaxio AMC GmbH gut. So stellte das
LG Wuppertal mit Entscheidung vom 18.01.2018 ebenso wie bereits das LG Wiesbaden mit seinen Urteilen vom 21.11.2017 und vom 28.11.2017 fest, dass ein Kreditvertrag
mit der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH, allein aufgrund fehlender vorvertraglicher Informationen wirksam widerrufen worden ist. „Nach unserem Kenntnisstand handelt
es sich bundesweit um die ersten Entscheidungen gegen die Adaxio AMC GmbH, in welchen die Widerruflichkeit völlig unabhängig von der Frage einer ordnungsgemäßen
Widerrufsbelehrung ausgeurteilt worden sind“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Marcus Hoffmann.

Ein wirksamer Widerruf führt nicht nur zu einem Entfallen der Vorfälligkeitsentschädigung, sondern darüber hinaus in nahezu sämtlichen Fällen auch zu einer ganz deutlichen
Verringerung des umzuschuldenden Restkapitals. Denn wegen der häufig großen Differenz zwischen Vertrags- und marktüblichem Zins entstehen zu Gunsten des Verbrauchers
durch den Widerruf hohe „Sondertilgungseffekte“. Auch wenn einige Details der Berechnung der wechselseitigen Ansprüche umstritten sind, führt deren Saldierung typischerweise
zu einer Reduktion des Anspruchs der Bank, der weitaus höher als 10 % des planmäßigen Restkapitals ist.

Darlehensnehmer, die Ablöseangebote bekommen, sollten daher äußerst hellhörig werden und Widerrufsmöglichkeiten prüfen lassen. Banken verschenken kein Geld. Vor allem
schwinden nach einer teilweisen oder gar vollständigen Rückführung des Darlehens die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung mit der Bank. „Denn die Bank hat ja das,
was sie wollte: nämlich ihr Geld“, weiß Rechtsanwalt Dr. Hoffmann. Auch wenn die Rückführung des Darlehens nach den gesetzlichen Regelungen grundsätzlich nichts an der
Widerruflichkeit des Kreditvertrags ändert, nehmen manche Gerichte bei abgelösten Darlehen im Einzelfall ferner eine Verwirkung des Widerrufsrechts an.

Verbraucher sollten daher den Kredit auf keinen Fall vorschnell ablösen und sich weder von den derzeit günstigen Hypothekenzinsen, noch von vermeintlich großzügigen Angeboten
in Form von „einmaligen Chancen“ der Banken blenden lassen, warnen die Nürnberger Rechtsanwälte.

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In diesem Sinne empfiehlt sich auch weiterhin eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Einzelfall, namentlich insbesondere dem eigenen Einzelfall.

Es grüßt Sie herzlichst

Ihr
Mirko Göpfert
Rechtsanwalt

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Welche vorvertraglichen Pflichten sind den das, die in Frage kommen? Alternativ gänge auch das Aktenzeichen oder/und der Link zum Urteil.
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Fachartikel von Experten / Re: Adaxio AMC GmbH - weiterer Widerruf gerichtlich bestätigt
« Letzter Beitrag von Markus am 10. Februar 2018, 11:20:03 »
Hallo Herr Göpfert,

das sind ja mal gute Nachrichten. Ich hoffe, dass das noch von denen gelesen wird, die schon jede Hoffnung aufgegeben haben. Machen Sie weiter so!

Beste Grüße,

Markus
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Fachartikel von Experten / Adaxio AMC GmbH - weiterer Widerruf gerichtlich bestätigt
« Letzter Beitrag von RA Göpfert am 01. Februar 2018, 16:01:31 »
Liebe Forenleser,

wir hatten zuletzt bereits mehrfach über Urteile gegenüber der ADAXIO AMC GmbH (vormals GMAC RFC Bank bzw. Paratus AMC GmbH)
berichtet, in denen wir für unsere Mandanten die Wirksamkeit erklärter Widerrufe durchsetzen konnten.

In diese Serie reiht sich nun ein weiteres Urteil ein, in  dem - soweit ersichtlich - bundesweit erstmals nach Durchführung einer
Beweisaufnahme zu den fraglichen Umständen ein Widerruf für wirksam erklärt wurde. Das von uns geführte Verfahren hat
in gewisser Weise Mustercharakter, weil nach der Beweisaufnahme davon asuzugehen ist, dass in einer sehr großen Vielzahl von Einzelfällen
die frühere GMAC RFC Bank keine ausreichenden Informationen erteilte, um die Widerrufsfrist für die abgeschlossenen Darlehensverträge
in Gang zu setzen. Zwischenzritlich fanden vor dem Landgericht Wiesbaden zwei weitere Beweisaufnahmen mit im Wesentlichen
identischem Ergebnis statt, so dass wir guter Dinge sind, dass sich zu der bereits beachtlichen Urteilsserie weitere Entscheidungen
hinzugesellen werden. Insofern werden wir natürlich berichten.

Beachtlich und für die Adaxio AMC GmbH weitreichend ist diese Entscheidungsserie vor allem auch deshalb, weil hiervon auch die
Fälle betroffen sind, bei denen dem Grunde nach zum 21.06.2016 das Widerrufsrecht als erloschen galt
. Aufgrund der in den erwähnten
Entscheidungen und den angesprochenen Beweisaufnahmen zugrundeliegenden Umstände greift die Befristung zum 21.06.2016 aber nicht,
so dass Betroffene mit Finanzierung bei der Adaxio AMC GmbH auch heute noch den Widerruf erklären können. Da dieser natürlich - wie
immer - eine detaillierte Prüfung des Einzelfalles voraussetzt, empfehlen wir daher allen Darlehensnehmern mit Verträgen von der
vormaligen GMAC RFC Bank und deren Nachfolgern (PAratus AMC GmbH bzw. Adaxio AMC GmbH) eine Prüfung im Einzelfall durch einen
erfahrenen Kollegen vornehmen zu lassen.

Hier noch unsere heutige Pressemitteilung:

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Aktuelles Urteil des LG Wuppertal vom 18.01.2018 bestätigt erneut Widerrufsmöglichkeiten bei Darlehen mit der Adaxio AMC GmbH

Darlehensnehmer der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH sollten ihre Vertragsunterlagen unbedingt prüfen lassen

Nürnberg, 01. Februar 2018. Das LG Wuppertal stellte mit Entscheidung vom 18.01.2018 ebenso wie bereits das LG Wiesbaden mit seinen
Urteilen vom 21.11.2017 und vom 28.11.2017 erneut fest, dass ein Kreditvertrag mit der Adaxio AMC GmbH, der ehemaligen GMAC-RFC Bank
GmbH, wirksam widerrufen worden ist. „Nach dieser Entscheidungsserie gegen die Adaxio AMC GmbH sollten Kreditnehmer ihre
Darlehensverträge sorgfältig prüfen lassen“, empfehlen Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der im Bank- und
Kapitalanlagerecht tätigen Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg, die sämtliche Urteile erstritten haben.

Die Rechtsanwälte hatten erst kürzlich berichtet, dass das LG Wiesbaden am 21.11.2017 und am 28.11.2017 feststellte, dass mit
der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH geschlossene Kreditverträge noch wirksam widerrufen werden konnten. Nunmehr schloss
sich auch das LG Wuppertal in einer weiteren gegen die Adaxio AMC GmbH ergangenen Entscheidung vom 18.01.2018 dieser
Rechtsauffassung an.

Hintergrund der Entscheidung war ein sogenannter Schrottimmobilienfall. Der  Kläger erwarb im Jahr 2005 zur Kapitalanlage
und Altersvorsorge eine Eigentumswohnung in Wuppertal, die über die damalige GMAC-RFC Bank GmbH finanziert wurde.
Nachdem die Adaxio AMC GmbH die persönliche Zwangsvollstreckung betrieb, wandte sich der Anleger an die Nürnberger
Rechtsanwälte.

„Zunächst sollte auch in dieser Angelegenheit versucht werden, eine vergleichsweise außergerichtliche Lösung zu finden,
was bereits in mehreren Fällen mit der Adaxio AMC GmbH gelungen ist“, erläutert der sachbearbeitende Rechtsanwalt Göpfert.
Nachdem die Regulierungsgespräche jedoch nicht zu einem für beide Seiten tragbaren Ergebnis führten, setzte sich der
Darlehensnehmer mit einer Zwangsvollstreckungsgegenklage gegen die Maßnahmen der Adaxio AMC GmbH zur Wehr.

Nachdem es die vorherigen Anwälte versäumt hatten, innerhalb der Verjährungsfristen gegen die Adaxio AMC GmbH tätig
zu werden, konnte die Klage nicht mehr auf Schadensersatzansprüche gestützt werden. Auch in verjährten Fällen verbleiben
gerade bei der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH nach den langjährigen Erfahrungen der Nürnberger Rechtsanwälte jedoch
weitere gewichtige Einwendungen.

Insbesondere ein bei finanzierten Immobilienkapitalanlagen oftmals sträflich vernachlässigter Punkt wurde unter anderem in
den Prozess eingeführt: Der Widerruf des Darlehensvertrages. Vor dem Hintergrund vielfältiger Fehler in Widerrufsbelehrungen
zahlreicher Banken beschränken sich gerichtliche Auseinandersetzungen in aller Regel auf die Belehrung allein. Dies ist allerdings
viel zu kurz gegriffen. Völlig unabhängig von der Frage einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung wurden gegenüber
Darlehensnehmern gesetzlich vorgeschriebene vorvertragliche Informationen oftmals nicht erteilt. „Allein deshalb können
Verträge auch heute noch widerrufen werden“, so Rechtsanwalt Dr. Hoffmann.

Dementsprechend hielt das LG Wuppertal die Widerrufsbelehrung der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH zwar für ordnungsgemäß.
Es stütze sein Urteil jedoch maßgeblich auf den  gerügten Umstand, dass die Bank ihre vorvertraglichen Mitteilungspflichten
nicht ordnungsgemäß erfüllt hat und bejahte daher nichtsdestotrotz einen wirksamen Widerruf. Rechtsanwalt Göpfert bringt
es auf den Punkt: „Wirksamer Widerruf trotz wirksamer Widerrufsbelehrung!“.

Es zeigt sich also, dass das Widerrufsrecht unter Beteiligung der früheren GMAC-RFC Bank GmbH oftmals auch heute noch ausgeübt
werden kann. Auch Darlehensnehmer, die den Widerruf nicht vor dem 21.06.2016 erklärt haben, sollten ihre Finanzierungen
weiterhin durch einen auf dem Gebiet des Bankrechts fachkundigen Rechtsanwalt prüfen lassen. In vielen Fällen kann man sich
zudem gegen bereits eingeleitete oder drohende Vollstreckungsmaßnahmen erfolgreich zur Wehr setzen.

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Auch wenn der Weg zu einer "erträglichen" Lösung häufig sehr lang und schwierig ist, zeigen diese Entscheidungen ein weiteres
mal, dass Hartnäckigkeit und vor allem der Bezug zum Einzelfall der richtige Ansatz ist, Betroffenen zu helfen.

In diesem Sinne grüßt herzlich

Ihr
Mirko Göpfert
Rechtsanwalt








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Liebe Forenleser,

wir konnten in den letzten zwei Jahren eine verstärkte Anfrage nach Vertretungen gegenüber der BHW verzeichnen, bei denen
erneut sogenannte Schrottimmobilien aber auch Eigenheimfinanzierungen Gegenstand waren. In diesen Fällen zeichnen sich
die Finanzierungen häufig durch sehr ungewönhliche Finanzierungskonditionen aus. Betroffene - gerade Erwerber von
überteuerten Wohnimmobilien - schlugen dann häufig auch in der Vergangenheit den Weg ein, sich mittels eines Widerrufs des
Darlehensvertrages von der ungünstigen Finanzierung zu trennen und Schadensminimierung zu betreiben. Bekanntlich gelang es
der Bankenlobby im Jahr 2016 den Gesetzgeber zu einer Neuregelung des "ewigen Widerrufsrechts" zu bewegen, die mit einem
fraglichen Entzug des Verbraucherschutzrechtes zum 21.06.2016 endete. Viele Betroffene meinen nun, seit dem 21.06.2016
seinen Altverträge (2002 - Mitte 2010) nicht mehr widerruflich, weil das Widerrufsrecht erloschen sei.

Tatsächlich ist dies aber nicht immer der Fall, da die maßgebliche Erlöschensvorschrift nicht uneingeschränkt gilt und Ausnahmen
zulässt, die doch häufiger vorkommen, als die meisten Banken erwarten.

Eine Ausnahme besteht beispielsweise dann, wenn zwar eine "Immobilie finanziert" wurde, es sich gleichwohl aber nicht
um einen "Immobiliardarlehensvertrag" im Rechtsinn handelt. Wann dies der Fall ist, hat der Gesetzgeber dem Grunde nach eindeutig
geregelt. Manche Banken haben dies bei der Finanzierung von Immobilien aber nicht bedacht und sich - wie beispeilsweise häufig die BHW -
sehr unübliche Vertragskonditionen einräumen lassen. Wenn eine solche Marktunüblichkeit vorliegt, handelt es sich technisch nicht
mehr um ein "Immobiliardarlehen" und damit ist die Vorschrift, die ein Widerrufsrecht zum 21.06.2016 entfallen lässt, schlicht
nicht anwendbar.

In einem von unserer Kanzlei vor dem LG Hannover geführten Verfahren gegen die BHW war die Marktunüblichkeit der von der
BHW vereinbarten Konditionen in anderem Zusammenhang streitgegenständlich. Soweit ersichtlich attestierte das LG Hannover
in diesem Verfahren der BHW erstmals, jedenfalls im Einzelfall marktunübliche Konditionen verlangt zu haben.

Dies wird, wie wir meinen, in Zukunft für die BHW weitreichende Konsequenzen haben.

Daher für alle Betroffenen an dieser Stelle unsere heutige Pressemitteilung zur Entscheidung des LG Hannover:

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Zahlreiche Altverträge mit der BHW Bausparkasse AG sind weiterhin widerruflich

LG Hannover bestätigt marktunüblich überhöhte Zinsen der BHW

Nürnberg, 25. Januar 2018. In einem Verfahren gegen die BHW Bausparkasse AG wies das LG Hannover erneut darauf hin, dass Widerrufsbelehrungen der BHW Bausparkasse AG
fehlerhaft sind. Weitaus gewichtiger ist die Feststellung des Gerichts, dass den Darlehensnehmern im Vergleich zu dem damals üblichen Marktniveau zu hohe Zinsen abverlangt
worden sind. Damit können auch entsprechende Verträge, die vor dem 11.06.2010 abgeschlossen worden sind, heute noch wirksam widerrufen werden. „Eine Überprüfung der
Darlehenskonditionen ist daher dringend anzuraten“, empfehlen Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der im Bank- und Kapitalanlagerecht tätigen
Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg, die das Gerichtsverfahren führen.

Gerade im Zusammenhang mit finanzierten Immobilienkapitalanlagen werden Kredite oftmals zu marktunüblichen Konditionen vergeben. Nach den Erfahrungen der Nürnberger
Rechtsanwälte wurden vielen Darlehensnehmern deutlich überhöhte Zinsen abverlangt. „Dies dürfte insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass Banken die oftmals mangelnde
Werthaltigkeit der Immobilien und damit auch das hohe Risiko der Finanzierungen kannten. Das lassen sich die Banken dann natürlich auch bezahlen“, so Rechtsanwalt Göpfert.

Auch in einem gegen die BHW Bausparkasse AG geführten Verfahren vor dem LG Hannover wurde für die Käufer einer sogenannten Steuersparimmobilie in Leipzig  unter anderem
ein deutlich überhöhter Zinssatz unter Verweis auf die in der MFI-Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank ausgewiesenen Durchschnittswerte gerügt. „Die streitgegenständlichen
Darlehen überschritten die in der Zeitreihe ausgewiesenen Mittelwerte um 1,05 bzw. 1,34 Prozentpunkte. Darüber hinaus hatten unsere Mandanten auch zahlreiche Zusatzsicherheiten
zu gewähren“, erläutert der sachbearbeitende Rechtsanwalt Dr. Hoffmann. 

Das Landgericht Hannover folgte dieser Argumentation und wies mit Beschluss vom 08.12.2017 darauf hin, dass die Darlehen der BHW Bausparkasse AG nicht zu marktüblichen
Konditionen ausgereicht worden waren. Zudem sei der Widerruf wegen der Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrungen wirksam erfolgt. Bei den Rechtsfolgen des Widerrufs wird
das Gericht daher der BHW nicht den Vertragszins, sondern lediglich den deutlich geringeren marküblichen Zins zusprechen. Umgekehrt steht den Anlegern ein Wertersatzanspruch
in Höhe von 5- und nicht lediglich 2,5-Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz aus den geleisteten Raten zu. Nach den Berechnungen der Nürnberger Rechtsanwälte führt
die Saldierung der wechselseitigen Rückgewähransprüche zu einer Reduktion der Restschuld in Höhe von rund 28.000,00 €.

Nicht nur im Hinblick auf die Rechtsfolgen eines bereits vor dem 21.06.2016 erklärten Widerrufs ist die Frage der Angemessenheit des Zinssatzes relevant. Auch für Darlehensnehmer,
die diese Frist verpasst haben, ist es oftmals nicht zu spät. „Die gesetzliche Erlöschensvorschrift des Art. 229 § 38 Abs. 3 EGBGB gilt nach ihrem unmissverständlichen Wortlaut
ausschließlich für Immobiliardarlehensverträge im Rechtssinn. Diese wiederum setzen marktübliche Bedingungen voraus, was der BGH in seinem Urteil vom 25.04.2017, XI ZR 573/15,
erneut unterstrichen hat“, stellt Rechtsanwalt Dr. Hoffmann klar.

Es zeigt sich also, dass die Darlehenskonditionen nicht nur bei bereits widerrufenen Krediten, sondern auch noch nicht widerrufenen Altverträgen eine zentrale Rolle spielen.
Darlehensnehmer sollten ihre Finanzierungen daher weiterhin durch einen auf dem Gebiet des Bankrechts fachkundigen Rechtsanwalt prüfen lassen.

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Finanzierungen der BHW, sowohl in der Zeit von 2002 bis 2010 als auch danach, sollten daher einer genauen Überprüfung
unterzogen werden.

Es grüßt
herzlich

Ihr
Mirko Göpfert
Rechtsanwalt


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Fachartikel von Experten / Zweites Urteil gegen Adaxio AMC GmbH - Widerruf wirksam
« Letzter Beitrag von RA Göpfert am 15. Dezember 2017, 14:17:10 »

Liebe Forenleser,

nachdem wir letzte Woche bereits berichtet hatten, dass das LG Wiesbaden in einem von uns geführten Verfahren einen Widerruf für wirksam erachtete,
obwohl die erteilte Widerrufsbelehrung nach Ansicht diverser Gerichte wirksam sein soll, können wir nunmehr ergänzen, dass das LAndgericht Wiesbaden
seine Rechtsansicht verfestigte und in einem zweiten Urteil erneut bekräftigte.

Zur allgemeinen Information daher nachfolgend unsere heutige Pressemitteilung hierzu:

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Wirksamer Widerruf trotz wirksamer Widerrufsbelehrung, die Zweite!


LG Wiesbaden verurteilt Adaxio AMC GmbH (ehemalige GMAC-RFC Bank GmbH) erneut mit Urteil vom 28.11.2017

Nürnberg, 14. Dezember 2017. Das LG Wiesbaden stellte mit Entscheidung vom 28.11.2017 ebenso wie bereits mit Urteil vom 21.11.2017 erneut fest,
dass ein Kreditvertrag mit der Adaxio AMC GmbH, der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH, wirksam widerrufen worden ist. „Nach unserem Kenntnisstand
handelt es sich bundesweit um die ersten Entscheidungen gegen die ehemalige GMAC-RFC Bank GmbH, in welchen die Widerruflichkeit völlig unabhängig
von der Frage einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung ausgeurteilt worden sind“, erläutern Dr. Marcus Hoffmann und Mirko Göpfert, Partner der
im Bank- und Kapitalanlagerecht tätigen Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte aus Nürnberg, die sämtliche Urteile erstritten haben.

Die Rechtsanwälte hatten kürzlich erst berichtet, dass das LG Wiesbaden am 21.11.2017 feststellte, dass ein mit der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH
geschlossener Kreditvertrag noch wirksam widerrufen werden konnte. Diese Entscheidung wurde nunmehr durch ein weiteres, aktuelles Urteil
des LG Wiesbaden vom 28.11.2017 bestätigt.

Vor dem Hintergrund vielfältiger Fehler in Widerrufsbelehrungen zahlreicher Banken beschränken sich gerichtliche Auseinandersetzungen in aller
Regel auf die Belehrung allein. Dies ist nach Auffassung der Nürnberger Rechtsanwälte allerdings viel zu kurz gegriffen. Völlig unabhängig von
der Frage einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung wurden gegenüber Darlehensnehmern gesetzlich vorgeschriebene vorvertragliche
Informationen oftmals nicht erteilt. Allein deshalb können viele Verträge auch heute noch widerrufen werden.

„Das Gericht folgte erneut unserer Rechtsauffassung zur Widerruflichkeit von Darlehen mit der Adaxio AMC GmbH allein wegen der Verletzung
vorvertraglicher Informationspflichten“, erläutert der sachbearbeitende Rechtsanwalt Dr. Hoffmann.

Dementsprechend musste sich das LG Wiesbaden mit der Widerrufsbelehrung der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH, die von verschiedenen
Gerichten für wirksam erachtet wurde, gar nicht weiter beschäftigen. Die Entscheidung führt im wirtschaftlichen Ergebnis zu einer erheblichen
Reduktion der Darlehensrestschuld in Höhe von rund 19.000,00 €.

Über die durch das LG Wiesbaden beurteilte Rechtsfrage hinaus führt die zutreffende Argumentation des Gerichts nach Auffassung der
Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte zwingend auch zur Nichtanwendung der Erlöschensvorschrift zum 21.06.2016. Damit
wäre eine große Zahl von Altverträgen weiterhin widerruflich. „Gerade die Verträge der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH weisen
oft weitere Besonderheiten auf, die in vielen Fällen eine fortgesetzte Widerruflichkeit begründen können, wobei dies unabhängig
davon gilt, ob der Vertrag schon abgelöst worden ist oder noch valutiert“, meint Rechtsanwalt Göpfert. Oftmals konnten die
erfahrenen Praktiker auch deutlich überzogene Kreditzinsen feststellen, sodass der Anwendungsbereich der Ausschlussvorschrift
auch deshalb nicht eröffnet ist.

Es zeigt sich also, dass das Widerrufsrecht unter Beteiligung der früheren GMAC-RFC Bank GmbH oftmals auch heute noch ausgeübt
werden kann. Auch Darlehensnehmer, die den Widerruf nicht vor dem 21.06.2016 erklärt haben, sollten ihre Finanzierungen daher
weiterhin durch einen auf dem Gebiet des Bankrechts fachkundigen Rechtsanwalt prüfen lassen.


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Wir wünschen allen Betroffenen viel Durchhaltevermögen und eine gleichwohl besinnliche Weihnachtszeit.

Es grüßt herzlich

Ihr
Mirko Göpfert
Rechtsanwalt

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Herzlichen Glückwunsch zu diesem Urteil, lieber Herr Göpfert. Wir alle wissen ja, wie sehr die betreffenden Firmen/Banken hier abgezockt haben. Da können tatsächlich einige Fälle nochmal neu aufgerollt werden.
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Liebe Forenleser,

wir hatten im Juli bereits darüber berichtet, dass das LG Wiesbaden der Argumentation unserer Kanzlei zu folgen gedenkt, wonach der in vielen Einzelfällen
gegegenüber der Adaxio AMC GmbH erklärte Widerruf völlig unabhängig von der Frage der Wirksamkeit der von dieser Gesellschaft verwandten Widerrufsbelehrung
durchgreiflich ist. Nunmehr können wir im Anschluss an diese Mitteilung aus Juli 2017 melden, dass ein erstes Urteil zu dieser Frage ergangen ist und das
Landgericht Wiesbaden hier die Ansicht unserer Kanzlei bestätigte. In diesem Fall, bei dem es sich erneut dem Grunde nach um einen "Schrottimmobilienfall"
handelt, stellte das Landegericht dei Wirksamkeit des erklärten Widerrufs ausdrücklich unabhängig von der Ordnungsgemäßheit der Widerrufsbelehrung
fest und verurteilte die Adaxio zur Rückabwicklung. Dieses Urteil kann mit Recht als bahnbrechend bezeichnet werden, nachdem gerade viele Erwerber
von steuerbegünstigten Eigentumswohnungen über die frühere GMAC Bank finanziert hatten. Diese Erwerber können nun wieder neue Hoffnung schöpfen,
denn das Urteil betrifft eine große Vielzahl von Finanzierungsverträgen. In diesem Zusammenhang ist auch vollkommen unerheblich, ob die Finanzierungen aktuell
noch bei der Adaxio (früher GMAC und Paratus AMC) geführt werden oder nicht.

In der Folge daher unsere heutige Pressemitteilung zu diesem aktuellen Urteil:

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Wirksamer Widerruf trotz wirksamer Widerrufsbelehrung
LG Wiesbaden, Urteil vom 21.11.2017: Darlehen  mit  der  Adaxio AMC GmbH (ehemaligen GMAC -RFC Bank GmbH) wirksam widerrufen
Nürnberg, 30. November 2017

Das LG Wiesbaden stellte mit einer durch unsere Kanzlei erstrittenen Entscheidung vom 21.11.2017 fest, dass ein Kreditvertrag mit der Adaxio AMC GmbH,
der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH, wirksam widerrufen worden ist. Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bundesweit um die erste Entscheidung
gegen die ehemalige GMAC-RFC Bank GmbH, in welcher die Widerruflichkeit völlig unabhängig von der Frage einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung
ausgeurteilt worden ist.

Wir hatten bereits berichtet, dass verschiedene Kammern des LG Wiesbaden unserer Rechtsauffassung zur Widerruflichkeit von Darlehen mit der Adaxio AMC GmbH
allein wegen der Verletzung vorvertraglicher Informationspflichten gefolgt sind. Jetzt liegt ein erstes Urteil zugunsten einer durch uns vertretenen Darlehensnehmerin vor.

Das LG Wiesbaden stellte in seiner aktuellen Entscheidung vom 21.11.2017 fest, dass der mit der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH im Jahr 2006 geschlossene
Kreditvertrag noch wirksam widerrufen werden konnte. Vor allem führte die Entscheidung aufgrund der gestellten Anträge auch zu einer ganz erheblichen Reduktion
der Darlehensrestschuld. Der vom LG Wiesbaden ausgeurteilte Vorteil für unsere Mandantin betrug rund 42.000,00 €.

Vor dem Hintergrund vielfältiger Fehler in Widerrufsbelehrungen zahlreicher Banken beschränken sich gerichtliche Auseinandersetzungen in aller Regel
auf die Belehrung allein. Dies ist nach unserer Auffassung allerdings viel zu kurz gegriffen.

Völlig unabhängig von der Frage einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung wurden gegenüber Darlehensnehmern gesetzlich vorgeschriebene vorvertragliche
Informationen nicht erteilt. Allein deshalb können Verträge auch heute noch widerrufen werden. Dementsprechend musste sich das LG Wiesbaden mit der
Widerrufsbelehrung der ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH, die von verschiedenen Gerichten für wirksam erachtet wurde, gar nicht beschäftigen.
Das Gericht stützte die Wirksamkeit des Widerrufs vielmehr maßgeblich auf den durch uns gerügten Umstand, dass die Bank ihre vorvertraglichen
Mitteilungspflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt hat.

Über die durch das LG Wiesbaden beurteilte Rechtsfrage hinaus führt die zutreffende Argumentation des Gerichts unseres Erachtens zwingend auch zur
Nichtanwendung der Erlöschensvorschrift zum 21.06.2016. Damit wäre eine große Zahl von Altverträgen weiterhin widerruflich. Gerade die Verträge der
ehemaligen GMAC-RFC Bank GmbH weisen oft weitere Besonderheiten auf, die in vielen Fällen eine fortgesetzte Widerruflichkeit begründen können,
wobei dies unabhängig davon gilt, ob der Vertrag schon abgelöst worden ist oder noch valutiert. Oftmals konnten wir in der Praxis auch deutlich
überzogene Kreditzinsen feststellen, sodass der Anwendungsbereich der Ausschlussvorschrift auch deshalb nicht eröffnet ist.

Es zeigt sich also, dass das Widerrufsrecht unter Beteiligung der früheren GMAC-RFC Bank GmbH oftmals auch heute noch ausgeübt werden kann.
Auch Darlehensnehmer, die den Widerruf nicht vor dem 21.06.2016 erklärt haben, sollten ihre Finanzierungen daher weiterhin durch einen auf
dem Gebiet des Bankrechts fachkundigen Rechtsanwalt prüfen lassen.

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In diesem Sinne wünschen wir allen Betroffenen frohe Weihnachten und weiterhin viel Ausdauer und Geduld.

Ihr

Mirko Göpfert
Rechtsanwalt
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Allgemeine Diskussionen / Re: mal wieder was zum Terminator
« Letzter Beitrag von LoLo am 08. November 2017, 16:53:09 »
Terminator ist zum Termin nicht erschienen, nun hat das Landgericht die Sache wieder an das AG Gelsenkirchen gegeben. Von denen bekommen wir Geschädigten absolut keine Antworten auf unsere Anfragen. Die Richterin vom Landgericht meinte: Jetzt würde die Haftstrafe ( AG Gelsenkirchen) in Kraft treten.
Es ist eine Unverschämtheit , von der Justiz,  die Zeugen einfach zu ignorieren, zumal die Staatsanwaltschaft die Sache verfolgt hat ( öffenrliches Interesse).
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Allgemeine Diskussionen / Re: mal wieder was zum Terminator
« Letzter Beitrag von nobility am 20. September 2017, 11:51:39 »
Ja, und?   Was ist auf dem Termin passiert?
Gruß Nobility
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