Autor Thema: Notar Eupen vor Gericht  (Gelesen 17517 mal)

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Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #1 am: 09. März 2013, 12:57:46 »
Jo, Caddyman.
Die meisten sehen einfach nur die paar Deppen, welche sich eine zu teure Bude gekauft haben und sich dann aufregen.
Die Strukturen einfach mal zu hinterfragen, dafür sind die meisten einfach zu faul.
Und wenn ein "Kollege" wie ein Notar oder Anwalt noch die Finger im Spiel hatte, werden die auch noch gedeckt.
Berlin ist vorbildlich und hat erkannt, das man auch vor Politikern und Notaren nicht sicher ist !!
Die kochen ihre Eier auch nur mit Wasser.
Selbst wenn Sie für die Eier, andere aufs Kreuz legen.

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #2 am: 18. März 2013, 23:36:28 »
Das neuste von Eupen.

Aus einer Anwaltshomepage kopiert:

18.03.2013
Eupen-Prozess: 2. Verhandlungstag

Am zweiten Verhandlungstag wurden die finanziellen Verhältnisse der Kanzlei Eupen über die Jahre 2008 bis 2010 erläutert. Deutlich wird, dass sich die Beurkundung von Schrottimmobilien des Kai Klug für Eupen finanziell gelohnt hat...
Auch die Staatsanwaltschaft gibt noch eine Erklärung zu den Aussagen von Eupen aus dem ersten Termin ab. Zu Recht wundert man sich über die Erklärung von Eupen, dass er angeblich  nichts gewusst haben will, aber gleichzeitig betonte, dass er damals von Clemann erfahren habe, wie ein Vertrieb für Schrottimmobilien organisiert ist.
Auch wir haben uns über dieses „Geständnis“ von Eupen gewundert. Clemann hat diese Art der Vertriebsstruktur praktisch erfunden und nach seinem Abgang aus Berlin haben es seine Mitarbeiter einfach ohne Änderung übernommen. So gut und so erfolgreich funktioniert es bis heute. Und Eupen hat praktisch alle diese Ableger von Clemann über Jahre begleitet, wie er selber erklärte.
Dann trat als erster Zeuge der Anklage Kai Klug auf. Er war gut vorbereitet. Er erklärte, dass er in der Haft an verschiedenen Kursen zur Selbsterkenntnis teilgenommen habe. Wenn man 23 Stunden pro Tag in der Zelle sitze, habe man viel Zeit zum Nachdenken. Er werde jetzt den Kunden helfen, da raus zu kommen. In diesem Zusammenhang werde er als Zeuge in Sachen DKB in Potsdam aussagen.
Vorteile für eine Aussage gegen Eupen habe er nicht. Das sei auf den Rat seiner Sozialarbeiter eine Straftataufarbeitung.
Zunächst erklärt Klug noch einmal den Geschäftsablauf. Wie man an potenzielle Kunden rankomme, habe er von Clemann übernommen. Ein Callcenter wurde eingeschaltet und systematisch wurden Kunden abgefragt. Dann folgte der Hausbesuch durch den „Vorabler“.
Als Verkäufer sind dann vorwiegend Navratil und Siebrand eingesetzt worden. Siebrand eben unter den bekannten Alibinamen „Dr.Lindemann“ und Navratil unter dem Namen „Müller“. Siebrand und Navratil hätten besondere Talente gehabt. Sie hätten es geschafft, in einer Stunde den Kunden zum Notar zu lotsen.
Für den Notarbesuch ist Dramé zuständig gewesen. Er habe dann dem Kunden eingeimpft, dass diese 14-tägige Wartesfrist nicht so wichtig sei und auch beim Notar darauf nicht so viel Wert gelegt werden müsse.
Eupen habe praktisch rund um die Uhr auf die Aufträge gewartet. Acht bis zehn Termine am Wochenende seien in guten Zeiten üblich gewesen. Eupen sei in alle Abläufe eingeweiht gewesen. Im Übrigen kannte er Navratil (früher R&R FirstConcept) schon lange Jahre und wusste, wie der arbeitet.
Auf dem Analysebogen, der im ersten Termin gemacht wird, stand das Datum drauf. Eupen wusste mithin, wann der Kunde das erste Mal aufgesucht worden war. Es war offenkundig, dass die 14-Tagefrist gar nicht eingehalten worden sein konnte. „Man muss schon blind sein, wenn man 50 Mal im Monat beurkundet und dann das Ganze nicht sieht“. Im Hinblick auf die 14-Tagefrist hätte Eupen alles selber organisiert. Man hätte sich verstanden.
Im Übrigen gab es auch viele Stornos. Die Kunden hätten sich dann direkt bei Eupen gemeldet. Eupen hätte Klug dann dahingehend beraten, dass es ja auch den Widerruf vom Widerruf gäbe. So habe Klug das Geschäft oft noch retten können.
Einig sei er sich mit Eupen auch gewesen, dass die Urkunde dem Kunden möglichst spät zugeschickt werden solle, damit keine Reaktionszeit verbleibt.
Eupen habe aber auch alle Geschäfte der Leuchte GmbH beurkundet. Er habe dafür keine Geschenke erhalten, aber eben das Mehrgeschäft. Eupen wusste auch, für wie viel Geld das Objekt ersteigert worden sei und für wie viel es von Klug verkauft worden ist. Er habe ja alles beurkundet und sei damit in Kenntnis des Betruges. Weil Eupen so gearbeitet habe, wie Klug es sich wünschte, habe er dann auch praktisch alle Aufträge erhalten.
Eupen hatte dann auch Probleme mit der Notarkammer bekommen. Dabei handelte es sich wohl um einen Kunden von Siebrand. Siebrand sollte Eupen helfen. Das wollte sich aber Siebrand wohl bezahlen lassen.
Das ganze Geschäft sei sehr schwierig geworden, als in Spiegel-TV über die KK Royal Basement berichtet worden sei,  Kai Klug hat dann umfirmiert. Dann ging es wieder ein halbes Jahr gut, bis in Spiegel-TV der nächste Bericht kam.
Sein Geschäft zudem sei durch die Verbraucherschutzanwälte u. a. auch durch Resch Rechtsanwälte erheblich gestört worden. (Gut so!) Von da an ging es bergab.
Die Vernehmung von Kai Klug wird unterbrochen und im nächsten Termin fortgesetzt.
 

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht 3
« Antwort #3 am: 25. März 2013, 20:32:46 »
25.03.2013
Prozess Eupen: 3. Verhandlungstag

Am 20.03.2013 wird der Prozess gegen den ehemaligen Rechtsanwalt und Notar Marcel Eupen fortgesetzt. Eupen wird vorgeworfen, Mitglied der Bande um Kai Klug gewesen zu sein, die Schrottimmobilien verkauft hat...
Die Verhandlung beginnt mit der Vernehmung des Notars P.,  der ebenfalls früher für Kai Klugs Unternehmen gearbeitet hat. Notar P. sagte aus, dass er seit 2003 in der Szene tätig war.
Die Praktiken bei Klug habe er für seriös gehalten hat, weil dort Friedrichs war und weil er diesen  aus der Zeit bei Peter Silke kannte.
Das erstaunt uns: Schon seit langem ist bekannt, dass Peter Silke ein guter Kumpel von Reno Clemann war. Nach dessen Abgang aus Deutschland hat Silke zeitweise in Clemanns  Fertighausvilla im Süden von Berlin gewohnt. Seinem Kumpel Clemann steht er bei den unseriösen Vertriebsmethoden nicht nach.
Notar P. hat aber nach seinen eigenen Angaben erst im Jahr 2008 gemerkt, dass bei Kai Klug nicht alles  mit rechten Dingen zuging. Er bestätigt eine uns schon aus dem Kai Klug Prozess bekannteAussage, dass es letztlich zum Bruch zwischen Notar P. und Kai Klug gekommen ist. P. wollte sich den Forderungen nach einer vertriebsgerechten Beurkundung der Angebote nicht beugen. Dann sei man im Streit auseinandergegangen.
Als nächster Zeuge wird Kai Klug erneut vernommen.
Zunächst lässt er richtig stellen, dass dem Notar Eupen nicht der Analysebogen übergeben worden ist, sondern ein Notardatenblatt. Die Angaben des Analysebogens wurden in das Notardatenblatt eingetragen und dann per Fax dem Notar geschickt.
Breiten Raum nimmt dann die Befragung von Kai Klug durch die Verteidiger von Eupen ein. Der Verteidigung geht es darum, Unglaubwürdigkeit von Kai Klug herauszuarbeiten. Ansatzpunkt ist, ob und inwiefern es Absprachen und Deals mit der Staatsanwaltschaft gegeben hat.
Nach einer Reihe von Scharmützeln zwischen den Beteiligten nimmt Kai Klug dann noch einmal zu seinem beruflichen Lebenslauf Stellung. Seit Anfang 2001 habe er bei Reno Clemann gearbeitet, bis dieser nach Dubai entschwunden sei.  Anschließend sei er bei Peter Silke tätig gewesen. Dort habe er Friedrich kennengelernt. Friedrich sei dort einer der Verkäufer gewesen.
Klug wird dann zu seiner Beziehung zu Notar P. befragt. Klug schätzt, dass rund 1000 Urkunden von P. gefertigt sein sollen. Natürlich nicht nur für ihn, sondern auch für andere Bauträger und Vertriebe, wie z. B. Peter Silke.
Davon seien 50 % storniert worden. Weil die Begründung in den Stornoschreiben gleich enthalten sei, hätte es dem Notar bei der Vielzahl zwingend auffallen müssen, dass immer wieder der Vorwurf der Falschberatung enthalten gewesen sei. Die Kunden würden sich deswegen an den Notar wenden, weil sie diesem vertrauten, wenn sie denn bei der Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger oder auch bei Resch Rechtsanwälte im Internet über die Praktiken auf diesem Markt lesen würden.
Diese Aussage freut uns. Das ist doch aktiver Verbraucherschutz.
Navratil habe er wieder getroffen, als er dessen Firma 3-FFF gekauft habe. Letztendlich habe er sogar das gesamte Objekt am Emser Platz 2 und sämtliche Büroräume übernommen.
2008 habe dann auch Siebrand angefangen. Das ist dann das umsatzstärkste Jahr geworden. Zu seiner eigenen Vermögenssituation erklärt er, dass er nichts mehr habe. Alle anderen Spekulationen seien falsch.
Er sei auch nicht gewalttätig. Nur ein einziges Mal, bei einem Besuch in Thailand, habe er einen Mitarbeiter verprügelt, weil dieser Drogen dabei hatte. Darauf stünde in Thailand die Todesstrafe. Dieses habe er unterbinden wollen. Eupen habe er niemals bedroht. Eupen sei doch sein „Goldesel“ gewesen. Den hätte er nie angefasst.
Es folgt dann die Vernehmung des Zeugen Hartmut Siebrand.
Er hat Revision eingelegt und ist deswegen noch auf freiem Fuß. Siebrand „überfällt“ das Gericht mit einem unglaublichen Redeschwall.
Wie schon in seiner eigenen Vernehmung im Strafprozess gegen Kai Klug und seine Bande zeigt sich wieder eine völlige Verachtung für seine Opfer. Wenn ein Kunde ein Auto kaufe, dann geht er in 12 Geschäfte, holt sich 13 Angebote ein und fährt das Auto auf die Bühne. Und frage er noch seine Kumpel, was die dazu sagen. Eine Wohnung kauft er, ohne sie zu besichtigen. „Die sind doch nicht ganz gar.“
Hier macht Siebrand sein eigenes „Meisterwerk“ klein. Er schafft es tatsächlich, den Kunden in einer Stunde zu überzeugen, dass der Erwerb einer Wohnung ja nur ein Nebenprodukt ist und dass man eigentlich nur Steuern spare. Er sei kompetent und Verfasser mehrerer Bücher zum Thema „Steuern sparen“. Er gibt sich als Doktor des Steuerrechts aus!
Siebrand versichert, dass die Erwerber durch die steuerlichen Vergünstigungen und die Mieteinnahmen alles ohne Zuzahlung tragen können. Nach 10 Jahren werden sie mit Gewinn verkaufen. Er führt sie in eine Fantasiewelt, die die Kunden nicht verstehen. Er belügt und betrügt sie. Er ist in der Tat ein Topverkäufer. Und wenn diese armen Menschen Opfer seiner Tricks werden, dann verhöhnt er sie auch noch! Eine bodenlose Frechheit!
Er selber sei sich keiner Schuld bewusst. Er hätte auf den Prospekt vertraut. Der sei allerdings falsch gewesen. Er sei nur ein Verkäufer.
Er selber sei nur drei oder vier Mal bei einem Notartermin bei Eupen dabei gewesen. Da habe sich Eupen völlig korrekt verhalten. Zwischen dem Erstbesuch zu Hause  bei den Kunden und dem Notartermin  vergingen maximal vier Tage. Die Sekretärin habe dann das Datum rückdatiert. Das musste Eupen aber nicht wissen, so die Meinung von Siebrand.
Im Übrigen sei das System Eupen typisch. Es werde seit 25 Jahren in jeder Stadt so wie bei Eupen praktiziert.
Dem ist zuzustimmen. Viele Notare sind dabei. An diesem Punkt hat Siebrand sicherlich recht. Auch schon vorher hat Siebrand mit seiner DVO (Die Vermögens Optimierer) in Sachsen Anhalt und Sachsen so verkauft. Überall in Deutschland wird nach diesem System gearbeitet. Kai Klug hat dem ganzen System durch sein persönliches Auftreten einen bizarren Charakter gegeben, der ihm eine besondere Aufmerksamkeit verliehen hat.
Die Vernehmung von Siebrand wird dann unterbrochen. Die Verhandlung wird  geschlossen.
 

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #4 am: 27. März 2013, 17:05:37 »
Da bin ich ja schon mal sehr gespannt, wie das weitergeht. Höchst interessant!

Danke Dir, dass Du uns das hier zur Verfügung stellst

Offline Pendecho

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #5 am: 27. März 2013, 18:41:26 »
Hallo Sahara,

danke super Beitrag und viel Erfolg bei Deinem Prozess,der genau auf meinen Geburtstag fällt und Dir sicher Glück bringt! ;D

LG
Pendecho

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #6 am: 28. März 2013, 23:10:31 »
Es ist halt nur "eine" Geschichte.
Eure, wie unsere sehen genau so aus.
Nur es wurde und wird nichts unternommen.
Warum auch immer!
Wenn Ich aber die jüngsten Beiträge von Heino,Marcel,Pendecho,Nobility und Co. so lese, offenbart sich wiederum eine Struktur, die nur eine Schlussfolgerung zulässt !!!
Mollath hats am eigenen Leib erfahren !!

Ihr wisst, was Ich meine........

Danke für die Glückwünsche, Pendecho.
Wir können es gebrauchen.
Und vielleicht auch eine/n Richter/in, mit Grips und ohne Voreingenommenheit ( Ihr habt euer Unglück ja unterschrieben!!)

Offline nobility

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #7 am: 29. März 2013, 09:03:21 »
Hallo Sahara,

auch wir werden natürlich in Gedanken mit in Leipzig sein und wir hoffen mit Dir und Deinem Anwalt, daß alles richtig vorgetragen wird, daß es nicht ständig heißt:  wir sitzen heute hier, weil Sie (also Du oder wir) Steuern sparen wollten, schließlich weiß doch auch jeder Autokäufer, daß im Preis des Fahrzeugs auch diverse Kosten von den Zulieferern etc sind und jeder daran verdienen wollte - wieso sind wir der Meinung, daß es bei  bei einem Schrottimmobilienkauf anders ist.  Unsere Unterschrift beim Notar ist doch nicht erzwungen worden.   Wie blauäugig kann man nur sein und das Objekt vorher nicht von mindestens 2 Gutachtern bewerten zu lassen.  Eine Fehlinvestition dann rückgangig machen zu wollen ist sinnlos.
Nein, es ist nicht Sache der Bank die Werthaltigkeit einer Immobilie zu bewerten, eine Bank ist nur ein Geldgeber usw.usw. 

Wir alle kennen das und senken beschämt unser Haupt.  Marcel hat einen sehr ergreifenden Beitrag geschrieben, dem wir hier in dem forum doch nur zu gut beipflichten können. 

Wenn wir dann den Schrottimmobilienkauf verwunden haben, werden wir falls wir in die Insolvenz gehen müssen auch dann noch weiter betrogen. 

Zum Schluß sind wir so erbärmlich klein geworden, daß es erschreckend ist.  Wenn man so wie wir alle hier betrogen wurde, dann hat man einfach keine Rechte mehr.  Vielleicht sollte man uns auch noch das Recht zu Wählen verweigern.  Wer so dumm war wie wir kann doch nirgendwo mehr mitreden.

Tatsache aber ist, daß wir hier im Forum im Prinzip eine kleine Macht ausüben könnten, wenn es vielleicht einen Hoffnungsschimmer geben würde damit etwas zu ändern.  Wir warten auf eine Partei, die unsere Interessen vertritt -  wie lange dauert die Warterei noch?

Gruß
Nobility

P.S. @ Marcel,  Dein Beitrag war beeindruckend!!!!

Offline Sylvia1112

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #8 am: 29. März 2013, 10:18:05 »
Hallo Sahara

Danke für den interessanten Beitrag .  Für Deinen Prozess auch von mir toi toi toi und alles Gute.  Irgendwann muß die Gerechtigkeit doch siegen .

Ich wünsche allen Betroffenen ein schönes Osterfest


LG

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #9 am: 03. April 2013, 10:20:18 »


Prozess Eupen: 5. Verhandlungstag

Der ehemalige Notar Eupen steht vor Gericht und wird angeklagt, zusammen mit der Bande von Kai Klug Schrottimmobilien vertrieben zu haben...
Der 5. Verhandlungstag am 26.03.2013 beginnt mit neuen Ausführungen von Eupen zu den Aussagen der Zeugen der letzen Verhandlungstage. Eupen betont, dass er von den Geschäftführern der Firma Grüezi, Döbele und Rassow,  über deren Vertriebsmethode informiert worden sei. Demnach hätte es drei Termine gegeben. Dem Kunden sei eine ausführliche Ankaufsberechnung vorgelegt worden. Daraus hätte sich für den Kunden genau ergeben, welche monatlichen Belastungen er im Falle des Erwerbs einer Eigentumswohnung tragen würde. Zudem sei ein öffentlich bestellter Gutachter eingeschaltet gewesen. Das Gutachten für das Objekt und auch Prospekte seien dem Kunden vorgelegt worden. Jedenfalls gehe er davon aus.
Eupen wiederholt seine früheren Aussagen, dass er seine Kunden ausführlich beraten hat. Dazu ist unsererseits nur anzumerken, dass die Grüezi zu den unseriösesten Anbietern in Berlin gehörten. Für viele ihrer Objekte ist das Wort „Schrottimmobilien“ im wahrsten Sinne angemessen.
Nach ihrem Rückzug aus der Grüezi positionieren  sich Döbele und Rassow jetzt mit neuen Firmenbezeichnungen und alten Freunden wieder verstärkt auf dem Markt. Derzeit steht eine Immobilie in der Torstraße in Berlin-Mitte auf dem Programm. Zahlreiche liegengebliebene Objekte aus ihrer Zeit bei der Grüezi sind für die Erwerber ruinös.
Es wurden dann Geschädigte als Zeugen vernommen. Ein Ehepaar beschreibt, dass es von „Dr. Siebrand“ von Kai Klugs Firma „Die Steuerfüchse“ beraten wurde. Es hieß, dass sie eine Art „Patenschaft“ für eine Immobilie übernehmen würden. Der Staat könne das alles nicht mehr selber finanzieren und unterstütze deshalb das Ganze steuerlich.
Sie haben keine Wohnung kaufen wollen. Auch im Termin  bei Eupen sei ihnen nicht bewusst geworden, dass es sich um den Erwerb einer Wohnung handelte. Eupen habe den Text heruntergerattert. Nach einem langen Tag seien sie auch zudem völlig erschöpft gewesen, als sie gegen 23.00 Uhr die Kanzlei von Eupen verlassen hätten. Die 14-Tagefrist sei definitiv nicht eingehalten worden. Da seien sie im Urlaub gewesen. Eupen habe aber gesagt, das sei nicht so dramatisch. Das sei nur eine Formsache.

Heino08

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #10 am: 03. April 2013, 11:32:37 »
Hallo an alle ehrlichen Mitstreiter,

da ich sowieso, von diesen Verbrechern, teilweise immer noch bedroht werde, gravierende Datenschutzverletzungen

stattfinden, auch von Justizbediensteten, der von mir so bezeichneten vermutlich einzelnen, " schmutzigen Justizangehörigen

Personen ", tätliche Angriffe auf der Straße, Verfolgungen, Nachstellungen und Stalking, gegen mich gerichtet, ist es mir auch

mittlerweile Sch......egal, ob ich irgendwelche Verleumdnungsklagen, oder Unterlassungen, abgeben soll!

Diese Verbrecher gehören in den Knast, möglichst lange, weil die die Verursacher, der Immobilien-Finanz-Blase sind, auf der

ganzen Welt!  Durch diesen, den Schrottimmobilienbetrugsopfern zugefügten Schäden, in vermutlich Billionenhöhe (gesamt ),

entziehen sie uns allen ( ehrliche Steuerzahlern ), die Kaufkraft, die im Umkehrschluss, den Ofern/Angehörigen/Kindern usw.,

dort fehlen, um ihren Kindern eine Zukunft zu ermöglichen, die diese Dreck....e, ihren Kindern durch perfide Verbrechen, gegen

die Menschlichkeit durch systematischen in Bandenkonstellation, Mafiös strukturiert, durch vorsätzlichen Betrug entzogen

 haben! Die sind dann im Tennis/Reit/Golf/Schützenvereinen usw., fahren mit Papas Porsche-Ceyenne, Mercedes-Sport-Coupe usw., an uns ( Opfern ), vorbei, zeigen uns den Stinkefinger, ( Effenberger ) und verhöhnen uns noch! Armes Deutschland...


Wir alle können nur hoffen/glauben, das im September eine neue Parteigruppierung, so viele Stimmen bekommt, das Sie

zumindest, in den Parlamenten der Bundes-bzw. Länderpolitik, dort mitreden/regieren kann, um den " Saustall", der

schmutzigen, Korrupten Politiker aus zumisten!

Viel Glück, für Euren Prozess Sahara, liebe Grüße Heino+ Herr Gustl Mollath, im Bayrischen Verwahr-Verein!

Offline karsten3

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #11 am: 03. April 2013, 13:04:17 »
Moin zusammen.
Erstmal vielen Dank für eure Glückwünsche.

Hier die Verhandlungstage 4 und 5 vom Notar Eupen.
Habs von einer Kanzlei rauskopiert. Deshalb der erste Beitrag etwas undeutlich.
Aber im Groben verständlich:
Prozess Eupen: 4. Verhandlungstag

Dem ehemaligen Notar Eupen wird in diesem Prozess vorgeworfen, zusammen mit einer Vertriebsorganisation Schrottimmobilien verkauft zu haben. Der Verhandlungstag am 22.03.2013 beginnt mit der Vernehmung eines Geschädigten...
<p> </p> <p>Dieser Zeuge erklärt, dass er über Siebrand gekauft hat. Siebrand war der Topverkäufer von Kai Klug. Es ging alles sehr schnell. Der Kontakt sei über einen Anruf zustande gekommen. Dann hätte es einen Besuch im Büro gegeben. Siebrand erklärte, sie können 2.500,00 Euro vom Finanzamt bekommen und später 15.000,00 Euro, wenn das Steuersparprogramm ausläuft. Es ist alles „ruckzuck“ gegangen.</p> <p>Dann sei er auf einmal mit dem Auto zum Notar gebracht worden. Dort hat Dramé auf ihn gewartet. Dramé und Eupen hätten sich offenkundig gut gekannt. Auf dem Weg dorthin habe man ihm Unterlagen in die Hand gedrückt.</p> <p>Die Verlesung der Urkunde hätte vielleicht 10 Minuten gedauert. Er habe nichts verstanden. Ansonsten konnte sich der Zeuge nicht besonders gut erinnern. Er wusste nicht genau, wann er den Darlehensvertrag erhalten hat. Er wusste nur noch, dass er geschockt war, einen Kredit über 130.000,00 Euro aufgenommen zu haben. Er kann sich nicht erinnern, dass er den Darlehensvertrag unterschrieben hat.</p> <p>Die Verteidigung versucht, den Zeugen in vermeintliche Widersprüche in seinen Aussagen vorzuhalten. (</p> <p>Es ist nicht schwer, einen Zeugen zu verunsichern, der dieses Ganze nur ein einziges Mal erlebt hat. Alles ist im Schwall unverständlicher Begriffe und Aussagen untergegangen. Das Opfer hat  keine Zeit, sich einen Ablauf zu merken. Es kommt ihm in dem Moment auch  nicht darauf an. Es ist nicht verwunderlich, dass er eigentlich nichts verstanden hat. Das ist das Gegenteil einer umfassenden Aufklärung, wie sie von Seiten Siebrand und wohl auch von Eupen hätte erfolgen müssen.</p> <p>Dem Zeugen wurde dann noch versucht zu suggerieren, er sei ja eigentlich ganz glücklich gewesen und durch Resch Rechtsanwälte in einen Rechtsstreit hineingeredet worden. Hier weiß der Kunde allerdings sehr genau, dass die dort gemachten Angaben in einer Klageschrift zutreffend sind.</p> <p>Als nächstes wird dann Dramé verhört. Dramé bekennt sich zu seiner Schuld. Er ist wegen Betruges verurteilt. Es erklärt, dass er als Teil der Bande um Klug die Kunden belogen hat und dass sie dadurch in einen finanziellen Ruin geschlittert sind.</p> <p>Drame war in dem Tatkomplex der Begleiter zum Notar. Er hat rund 300 Termine bei Eupen wahrgenommen und weiß ganz genau aus eigenem Erleben, wie es dort abgelaufen ist. Es seien alles Menschen gewesen, die keine Ahnung hatten. Sie haben beim Notar Eupen gesessen und wussten nicht, was geschieht.</p> <p>Siebrand und Eupen hätten sich gut verstanden. Nach seiner persönlichen Einschätzung hätte Eupen auch gewusst, was gespielt wird. Das hätte Drame aufgrund der Art und Weise von Eupens Rhetorik erkannt. Drame hätte innerlich gelacht, wie Eupen immer wieder erklärt habe, das Ganze sei nur ein Angebot. Es wurde zügig vorgelesen, denn draußen gab es ja eine Warteliste. Dort hätten die Kunden bis zu 1 ½ Stunden warten müssen, bis sie dann dran waren.</p> <p>Im Hinblick auf die Zwangsvollstreckungsunterwerfungsklausel habe Eupen eine Pause gemacht und dann erklärt, dass diese Klausel nicht zum Zuge kommt, weil ja ohnehin finanziert wird. Das sei immer so gewesen, bekräftigte Drame.</p> <p>Es habe auch Situationen gegeben, wo Kunden nicht wollten. Dann war er alleine mit den Kunden im Raum geblieben und habe das alles geregelt. Auch Eupen habe die Kunden beruhigt und erklärt, welches Interesse denn der Verkäufer haben könnte, wenn ohnehin nicht finanziert wird. Die Finanzierung müsse noch sicher gestellt werden. Das hätte dann die Kunden beruhigt. Ansonsten hätte Eupen den Text „runtergerattert“. Bei Fragen der Kunden hätte er schlicht weggehört und diese Fragen ignoriert. Auch die 14-Tagefrist ist  formell gewesen. Eupen habe gewusst, dass diese nicht eingehalten ist.</p> <p>In den 200 bis 300 Terminen, die er wahrgenommen hätte, könne es nicht sein, dass der Notar das nicht merkt. Im Übrigen sei das überall so, bei allen Vertrieben.</p> <p>Die Richterin war erstaunt. Man möge ihr nicht Illusionen rauben, dass derartige Immobilien üblicherweise so verkauft werden. Hier ist anzumerken, dass  Kai Klug nach dem gleichen System arbeitet, wie alle anderen Vertriebe auch. Nur so kann man diese Immobilien verkaufen. Die Lüge ist die Grundlage des Geschäfts.</p> <p>Und Eupen ist nicht der einzige, der hunderte von Verträgen für die Vertriebsszene beurkundet hat. Es gibt viel größere Notarkanzleien. Wenn die Aussage richtig ist, dass der Notar blind sein muss, wenn er nach hunderten Verträgen nicht merkt, was gespielt wird, dann wird das bei anderen Notaren ebenso gelten.</p> <p>Mit der Vernehmung des Zeugen Dramé endet der Verhandlungstag.<br />  </p>
Aktuelles
 
02.04.2013
Prozess Eupen: 4. Verhandlungstag
Dem ehemaligen Notar Eupen wird in diesem Prozess vorgeworfen, zusammen mit einer Vertriebsorganisation Schrottimmobilien verkauft zu haben. Der Verhandlungstag am 22.03.2013 beginnt mit der Vernehmung eines Geschädigten...

Dieser Zeuge erklärt, dass er über Siebrand gekauft hat. Siebrand war der Topverkäufer von Kai Klug. Es ging alles sehr schnell. Der Kontakt sei über einen Anruf zustande gekommen. Dann hätte es einen Besuch im Büro gegeben. Siebrand erklärte, sie können 2.500,00 Euro vom Finanzamt bekommen und später 15.000,00 Euro, wenn das Steuersparprogramm ausläuft. Es ist alles „ruckzuck“ gegangen.

Dann sei er auf einmal mit dem Auto zum Notar gebracht worden. Dort hat Dramé auf ihn gewartet. Dramé und Eupen hätten sich offenkundig gut gekannt. Auf dem Weg dorthin habe man ihm Unterlagen in die Hand gedrückt.

Die Verlesung der Urkunde hätte vielleicht 10 Minuten gedauert. Er habe nichts verstanden. Ansonsten konnte sich der Zeuge nicht besonders gut erinnern. Er wusste nicht genau, wann er den Darlehensvertrag erhalten hat. Er wusste nur noch, dass er geschockt war, einen Kredit über 130.000,00 Euro aufgenommen zu haben. Er kann sich nicht erinnern, dass er den Darlehensvertrag unterschrieben hat.

Die Verteidigung versucht, den Zeugen in vermeintliche Widersprüche in seinen Aussagen vorzuhalten. (

Es ist nicht schwer, einen Zeugen zu verunsichern, der dieses Ganze nur ein einziges Mal erlebt hat. Alles ist im Schwall unverständlicher Begriffe und Aussagen untergegangen. Das Opfer hat  keine Zeit, sich einen Ablauf zu merken. Es kommt ihm in dem Moment auch  nicht darauf an. Es ist nicht verwunderlich, dass er eigentlich nichts verstanden hat. Das ist das Gegenteil einer umfassenden Aufklärung, wie sie von Seiten Siebrand und wohl auch von Eupen hätte erfolgen müssen.

Dem Zeugen wurde dann noch versucht zu suggerieren, er sei ja eigentlich ganz glücklich gewesen und durch Resch Rechtsanwälte in einen Rechtsstreit hineingeredet worden. Hier weiß der Kunde allerdings sehr genau, dass die dort gemachten Angaben in einer Klageschrift zutreffend sind.

Als nächstes wird dann Dramé verhört. Dramé bekennt sich zu seiner Schuld. Er ist wegen Betruges verurteilt. Es erklärt, dass er als Teil der Bande um Klug die Kunden belogen hat und dass sie dadurch in einen finanziellen Ruin geschlittert sind.

Drame war in dem Tatkomplex der Begleiter zum Notar. Er hat rund 300 Termine bei Eupen wahrgenommen und weiß ganz genau aus eigenem Erleben, wie es dort abgelaufen ist. Es seien alles Menschen gewesen, die keine Ahnung hatten. Sie haben beim Notar Eupen gesessen und wussten nicht, was geschieht.

Siebrand und Eupen hätten sich gut verstanden. Nach seiner persönlichen Einschätzung hätte Eupen auch gewusst, was gespielt wird. Das hätte Drame aufgrund der Art und Weise von Eupens Rhetorik erkannt. Drame hätte innerlich gelacht, wie Eupen immer wieder erklärt habe, das Ganze sei nur ein Angebot. Es wurde zügig vorgelesen, denn draußen gab es ja eine Warteliste. Dort hätten die Kunden bis zu 1 ½ Stunden warten müssen, bis sie dann dran waren.

Im Hinblick auf die Zwangsvollstreckungsunterwerfungsklausel habe Eupen eine Pause gemacht und dann erklärt, dass diese Klausel nicht zum Zuge kommt, weil ja ohnehin finanziert wird. Das sei immer so gewesen, bekräftigte Drame.

Es habe auch Situationen gegeben, wo Kunden nicht wollten. Dann war er alleine mit den Kunden im Raum geblieben und habe das alles geregelt. Auch Eupen habe die Kunden beruhigt und erklärt, welches Interesse denn der Verkäufer haben könnte, wenn ohnehin nicht finanziert wird. Die Finanzierung müsse noch sicher gestellt werden. Das hätte dann die Kunden beruhigt. Ansonsten hätte Eupen den Text „runtergerattert“. Bei Fragen der Kunden hätte er schlicht weggehört und diese Fragen ignoriert. Auch die 14-Tagefrist ist  formell gewesen. Eupen habe gewusst, dass diese nicht eingehalten ist.

In den 200 bis 300 Terminen, die er wahrgenommen hätte, könne es nicht sein, dass der Notar das nicht merkt. Im Übrigen sei das überall so, bei allen Vertrieben.

Die Richterin war erstaunt. Man möge ihr nicht Illusionen rauben, dass derartige Immobilien üblicherweise so verkauft werden. Hier ist anzumerken, dass  Kai Klug nach dem gleichen System arbeitet, wie alle anderen Vertriebe auch. Nur so kann man diese Immobilien verkaufen. Die Lüge ist die Grundlage des Geschäfts.

Und Eupen ist nicht der einzige, der hunderte von Verträgen für die Vertriebsszene beurkundet hat. Es gibt viel größere Notarkanzleien. Wenn die Aussage richtig ist, dass der Notar blind sein muss, wenn er nach hunderten Verträgen nicht merkt, was gespielt wird, dann wird das bei anderen Notaren ebenso gelten.

Mit der Vernehmung des Zeugen Dramé endet der Verhandlungstag.

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #12 am: 17. April 2013, 22:49:06 »
Prozess Eupen: 6. Verhandlungstag

Am 04.04.2013 fand der 6. Verhandlungstag im Prozess gegen Eupen statt. Dem ehemaligen Notar Eupen wird vorgeworfen, dass er unter Missachtung seiner besonderen Stellung als Notar als Teil der Bande um Kai Klug den Verkauf von Schrottimmobilien beurkundet hat...
An diesem Tag wurde eine Mitarbeiterin aus der Kanzlei von Eupen als Zeugin vernommen. Sie bestätigte, dass Dramé ein häufiger Besucher gewesen ist. Dies bekräfigt bereits die vorherigen Aussagen von Dramé.
Interessant war allerdings, dass sie auch zu berichten wusste, dass Kai Klug persönlich fast 15 Mal in der Kanzlei von Eupen gewesen war. Sie erinnerte sich, dass sein Auftreten sehr selbstsicher gewesen sei.
Die Zeugin wusste auch, dass es eine Reihe von Beschwerdeschreiben von Anlegern gegeben hatte. Auch hatten aufgeregte Kunden angerufen. Diese hätte sie in den Notariatsbereich weitergeleitet.
Von den Verteidigern wurde der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, nicht sämtliche Unterlagen offen gelegt zu haben.
 

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #13 am: 17. April 2013, 22:49:57 »
17.04.2013
Prozess Eupen: 8. Verhandlungstag

Am 12.04.2013 wurde der Prozess gegen den ehemaligen Notar Eupen fortgesetzt. Eupen ist als Mitglied der Bande um den Vertrieb von Kai Klug angeklagt, den Verkauf von Schrottimmobilien unter Missbrauch seines Amtes beurkundet zu haben...
An diesem Verhandlungstag wird die Vernehmung des Zeugen Hartmut Siebrand fortgesetzt. Siebrand erklärt, dass er stets umfassend belehrt habe. Er könne nicht verstehen, wie jemand nach dem Notartermin immer noch nicht gewusst haben will, dass er eine Wohnung gekauft hat. Das sei den Kunden doch von den Rechtsanwälten eingeredet worden.
Er hätte nicht individuell, sondern immer gleich beraten. Er würde sich als Verkäufer verstehen. Das sei bei ihm wie am Fließband gewesen. An einzelne Fälle könne er sich nicht erinnern. Er habe die Raster der Bank gekannt. Wenn die Kriterien erfüllt gewesen seien, hätte er eine Wohnung verkauft.
Seine Beratung sei auch richtig gewesen. Wenn allerdings ein Prospekt und die dortigen Angaben falsch gewesen seien, dann könne er nichts dafür.
Eupen habe auf Abruf bereit gestanden. Wenn der Kunde im Auto auf dem Weg zum Notar saß, wurde Eupen angerufen. Dieses  sei aber die übliche Praxis gewesen, nicht nur bei Kai Klug. Das sei so bei allen Vertrieben, in denen er gearbeitet habe. Er sei immer der Beste gewesen.
Für die Notare sei das auch finanziell interessant gewesen. Immerhin habe er 50 Kunden pro Monat an Eupen vermittelt.
Die Kunden seien einfach nur gierig, wie sonst könnten sie so „blöd“ sein, dass sie am Ostermontag oder zum Geburtstag aus dem Harz zu ihm angefahren kämen. Ihm sei das alles gleich. Er sei ja nur der Verkäufer.
Von seinem Schwiegersohn, der neben Dramé zu den Notargängern gehörte, habe er erfahren, dass Eupen mit rasender Geschwindigkeit verlesen hätte. Bei den rund fünf  Terminen vom ihm hätte Eupen allerdings immer ordentlich beurkundet.
Er selber habe sich aber jetzt aus dem Geschäft völlig zurückgezogen. Nie und nimmer werde er wieder solche Arbeit machen.
Im Anschluss wird die Bürosekretärin von Kai Klug, Frau F., vernommen.
Sie sei „Mädchen für alles“ gewesen, insbesondere habe sie die Termine mit dem Büro Eupen vereinbart. Zudem habe sie die im Rahmen der Kundenbearbeitung Unterlagen erhalten und an den jeweiligen Vertriebsmitarbeiter weitergeleitet.
Besonders wichtig sei es gewesen, dass die 14-Tagefrist immer eingehalten worden sei. Die Daten habe sie einfach so festgelegt, dass es hinkommt. Sie könne sich an ein Telefonat mit Eupen erinnern, wo diese Daten falsch eingetragen gewesen seien. Sie habe dann das Formular mit den richtigen Daten an den Notar übermittelt. Deswegen sei sie überzeugt, dass Eupen genau wusste, dass die 14-Tagefrist vielfach nicht eingehalten gewesen sei.  Das habe Eupen schon allein deswegen auffallen müssen, weil ihm alle Unterlagen und Daten oft erst einen Tag vorher übermittelt worden seien.
Termine am Wochenende seien die Regel gewesen, weil die meisten Kunden arbeiten und nur am Wochenende Zeit gehabt hätten. Viele Verträge seien auch widerrufen worden. Dabei sei es auch gelungen, den Kunden zu überzeugen, den Widerruf zu widerrufen. Das Geschäft sei aber immer schwieriger geworden, weil immer weniger Kunden bereit gewesen seien, zum Notar zu gehen.
 

Offline sahara

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Re: Notar Eupen vor Gericht
« Antwort #14 am: 29. April 2013, 22:42:14 »
24.04.2013
Prozess Eupen: 9.Verhandlungstag

Am 16.04.2013 wird der Prozess gegen Marcel Eupen fortgesetzt. Eupen ist angeklagt, den Verkauf von Schrottimmobilien als Mitglied der Bande um Kai Klug beurkundet zu haben...
Es wird die Vernehmung des Zeugen Dramé fortgesetzt. Dramé bestätigt private Treffen mit Eupen. Er habe Eupen und dessen Lebensgefährtin zu seiner Hochzeit eingeladen. Weil er so häufig bei Eupen gewesen sei, habe er ihn als Mensch näher kennengelernt.
Nachdem sich die Stornos häuften, habe Eupen darauf bestanden, dass die Kunden seine Rechnung bezahlen müssten. Darauf habe er auch in den Terminen hingewiesen, aber mit der Bemerkung, dass in der Finanzierung die Kosten mit enthalten seien.
Nachdem Eupen  Probleme mit der Notarkammer bekommen hatte, habe er Dramé gefragt, ob er zur Not auch bei KK Royal als Verkäufer tätig werden könne.
Die Termine seien sehr kurzfristig gemacht worden. Gleich nach der Beratung im Büro von der KK Royal sei es dann zum Notar gegangen.
Des Weiteren wird eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Büro Eupen als Zeugin vernommen. Sie bestätigt, dass kurzfristig terminiert worden sei, regelmäßig einen Tag vorher. Es sei aber auch vorgekommen, dass die Frist noch kürzer gewesen sei. Die entsprechenden Angaben für die Urkunde seien aus dem Datenblatt entnommen worden.
Die Rohentwürfe der Kaufverträge seien regelmäßig von den Verkäufern oder Bauträgern zur Verfügung gestellt worden. Die 14-Tagefrist sei bekannt. Die Käufer sollten jeweils im Termin noch einmal bestätigen, dass diese Frist eingehalten worden sei. Die entsprechende Erklärung sei regelmäßig in der Akte gewesen.
Die ausgefertigten Urkunden seien zwei bis drei Tage nach der Beurkundung versandt worden.
Sie bestätigt auch, dass es Anrufe gegeben habe, wo der Käufer sich unsicher war, was er denn in dem Termin überhaupt gemacht habe. Das sei nicht die Regel gewesen. Derartige Anrufe habe sie an Eupen durchgestellt. Es habe auch schriftliche Widerrufe gegeben. Dieser Widerruf sei dann an den Vertrieb bzw. an den Verkäufer weitergeleitet worden.
Der Termin habe regelmäßig 35 bis 40 Minuten gedauert. Die Termine seien im Stundentakt vergeben worden.
Sie bestätigt zudem noch einmal, dass praktisch alle in Berlin tätigen Vertriebe ihre Beurkundungen bei Eupen haben vornehmen lassen.